Sternschnuppen-Kalender 2026–2027: Alle Höhepunkte im Überblick
Was ist ein Meteorschauer?
Ein Meteorschauer ist ein astronomisches Ereignis, bei dem zahlreiche Meteore scheinbar aus einem gemeinsamen Punkt am Nachthimmel zu stammen scheinen – dem sogenannten Radianten. [1] Diese Sternschnuppen entstehen, wenn kosmische Trümmerteilchen, sogenannte Meteoroide, mit hoher Geschwindigkeit und auf parallelen Bahnen in die Erdatmosphäre eintreten. [1] Das Meteordatenzentrum der IAU führt über 900 bekannte Meteorströme, von denen rund 100 als gut gesichert gelten. [1]
Eine Regel gilt für jeden Schauer im Kalender: Der beste Beobachtungszeitraum liegt stets nach Mitternacht. [1] Manche Ströme sind sogar erst nach Mitternacht überhaupt sichtbar. [1] Ebenso wichtig: Die Mondverhältnisse ändern sich von Jahr zu Jahr erheblich — ein Schauer, der in einem Jahr spektakulär war, kann im nächsten Jahr durch Mondlicht kaum zu sehen sein. [1]
Frühjahr 2026: März bis Mai
Die ersten Monate des Jahres 2026 bringen einige weniger bekannte Meteorströme. Die Xi Herculiden erreichen ihr Maximum am 12. März, kurz darauf folgen die Gamma Normiden am 14. März. [3] Wenige Tage später erreichen die Eta Virginiden ihr Maximum am 18. März. [3] Der April gehört den April-Lyriden, die am 22. April ihren Höhepunkt erreichen — einer der zuverlässigsten jährlichen Meteorströme überhaupt. [3] Im Mai folgen die Eta Aquariiden mit ihrem Maximum um den 6. Mai. [3]
Juni 2026: Die Arietiden am Tage
Das herausragende Ereignis im Frühsommer 2026 ist der Tagarietiden-Meteorschauer, der mitunter als aktivster Tageszeit-Meteorstrom der Erde bezeichnet wird. [2] Dieser Schauer ist besonders, da er tagsüber stattfindet, wenn die Sonne am Himmel steht — eine direkte Beobachtung ist daher kaum möglich. Ausdauernde Beobachter haben jedoch eine Chance, einige Arietiden in der dunklen Stunde kurz vor der Morgendämmerung zu sichten. [2]
Zwei Quellen geben leicht unterschiedliche Maximumsdaten für die Arietiden 2026 an: EarthSky prognostiziert das Maximum für die Morgenstunden des 10. Juni [2], während Star Walk das Maximum um den 7. Juni ansetzt. [3] Das gesamte aktive Fenster erstreckt sich vom 22. Mai bis zum 3. Juli — Beobachter haben also viele Morgenstunden, um einen Blick zu erhaschen. [2]
Die Mondbedingungen im Jahr 2026 erschweren die Beobachtung dieses Stroms zusätzlich. Am 8. Juni um 10:00 UTC tritt Halbmond auf, sodass eine breite zunehmende Sichel die Beobachtung in den Morgenstunden um den 10. Juni stören wird. [2] Empfohlen wird, sich so zu positionieren, dass ein weit entferntes Objekt den Mond verdeckt, oder sich in den Mondschatten zu stellen. [2] Für die Arietiden gilt außerdem: Blickt in der dunklen Stunde vor der Morgendämmerung in Richtung Sonnenaufgang. [2]
Ausblick auf 2027: Die Quadrantiden
Zu Beginn des Jahres 2027 erscheinen die Quadrantiden. Für 2027 wird das Maximum der Quadrantiden gegen 3:30 Uhr UT am 4. Januar erwartet. [4] Dieser Zeitpunkt begünstigt Beobachter in Europa und Westasien. [4] Die Mondbedingungen sind an diesem Datum günstig: Die schmale abnehmende Mondsichel beeinträchtigt die Sicht auf die Meteore kaum. [4]
So plant ihr eure Beobachtungsnacht
Erfolgreiche Meteorbeobachtung hängt von zwei Faktoren ab: dem richtigen Zeitpunkt und dem Mondlicht. Schauer, deren Maximum in eine Phase fällt, in der der Mond mehr als zur Hälfte beleuchtet ist — also zwischen erstem und letztem Viertel — werden durch das Mondlicht beeinträchtigt und sind schwerer zu beobachten. [1] Der Zeitpunkt des Maximums bleibt von Jahr zu Jahr weitgehend gleich, während die Mondbedingungen variieren. [1] Wer einen dunklen Standort wählt, macht bei den meisten Schauern alles richtig — kurz gesagt: dunklen Himmel suchen und hinaufschauen. [2]
Ob ihr auf die Gamma Normiden im März wartet oder die Quadrantiden im Januar beobachtet — jede Sternschnuppe entsteht, wenn kosmische Trümmer in die Erdatmosphäre eintreten. Eine ständige Erinnerung daran, dass die Erde auf ihrer jährlichen Bahn immer wieder durch diese Ströme zieht. [1]