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Sternzeichen-Mythologie: Woher Planeten ihre Bedeutung haben

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Sternzeichen-Mythologie: Woher Planeten ihre Bedeutung haben
Photo: Photo by Nivaldo Martins on Unsplash

Astrologie und Mythologie gehören einfach zusammen. Antike Kulturen blickten in den Himmel und griffen zur Erzählung: Sie gaben den Planeten Gesichter, Namen und Charaktereigenschaften, die leichter zu begreifen waren als die rohe, unerklärliche Bewegung dort oben.1

Genau darum geht es in diesem Artikel: nicht um ein in Stein gemeißeltes Schicksal, sondern um die lange, zutiefst menschliche Gewohnheit, dem Himmel einen Sinn zu geben. Die Ursprünge der Astrologie sind eng mit Mythologien aus aller Welt verwoben, die eine Möglichkeit boten, den Himmel zu deuten und das Verhalten der Planeten zu verstehen.1

Warum Mythos zur Sprache der Astrologie wurde

Bevor es Teleskope gab, wurde der Nachthimmel ganz anders verstanden als heute.2 Die Menschen der Antike brauchten eine Methode, um das, was zunächst schlicht unerklärlich war, zu ordnen und zu benennen.1

Indem man Planeten und Himmelsereignissen eine mythologische Bedeutung zuschrieb, konnte man sich den Himmel persönlich aneignen.1 So wurde die Bewegung der Lichter am Firmament zu einer Möglichkeit, dem menschlichen Leben Sinn zu verleihen.1

Götter, Göttinnen und die Planeten

Jeder klassische Planet übernahm nach und nach die Persönlichkeit des Gottes oder der Göttin, nach dem bzw. der er benannt wurde.1 Die Sonne wurde zum Gestirn für Selbstausdruck, Sichtbarkeit und das Leben selbst.1

Der Mond stand für das Gegenteil: Geheimnisse, das Unterbewusstsein und die Gefühlswelt.1 Merkur übernahm die mentale und kommunikative Seite der Psyche und gilt als Meister des Denkens und der Kommunikation.1

Venus wurde zum Planeten der Lust, der Schönheit, der Harmonie und des Kunstsinns.1 Selbst die Erde wurde in dieses mythische Weltbild eingebunden und als gesegneter Planet beschrieben.1

Die griechischen Philosophen, die Götter den Planeten zuordneten

Die Zuordnung griechischer Götter zu bestimmten Planeten geht auf den Philosophen Platon und seine Schüler im 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung (v. u. Z.) zurück, also ungefähr im vierten Jahrhundert vor dem heutigen Kalenderbeginn.4

Die Astrologin Demetra George hat nachgezeichnet, wie diese Verknüpfung von Mythos und Planet entstand, und die Ursprünge dieser Planetenmythen im „The Astrology Podcast" besprochen, einer Sendung, die sich der Geschichte und Technik der Astrologie widmet.4

Die Philosophen nahmen bereits bekannte Götter und ordneten sie den Lichtpunkten zu, die man am Himmel schon verfolgte.4

Wie die Tierkreiszeichen zu ihren Geschichten kamen

Jedes der zwölf Tierkreiszeichen trägt seine eigene mythologische Geschichte in sich.6 Die Zwillinge sind dafür ein anschauliches Beispiel: Die beiden hellsten Sterne des Sternbilds, Castor und Pollux, machen es leicht erkennbar und sind nach den Zwillingen aus der griechischen Mythologie benannt, die das Zeichen verkörpert.7

Menschen mit dem Sternzeichen Zwillinge werden oft als neugierig, schnell gelangweilt und stets auf der Suche nach Abwechslung und Anregung beschrieben – Eigenschaften, die die ruhelose Energie der mythischen Zwillinge widerspiegeln.7

Herrscherplanet der Zwillinge ist Merkur, und das Zeichen wird traditionell mit Armen, Händen und Lungen in Verbindung gebracht.7

Von Himmelssymbolen zur modernen Astrologie

Die heute verwendeten Schriftzeichen für Planeten und Tierkreiszeichen sind keine moderne Erfindung. Sie gehen auf mittelalterliche byzantinische Kodizes zurück, handschriftliche Manuskriptsammlungen aus dem Byzantinischen Reich, die zahlreiche antike Horoskope überliefert haben.3

Ihre heutige Form wurde später durch die europäische Renaissance geprägt, jene Epoche der Wiederbelebung klassischer Wissenschaft und Kunst in Europa, die etwa vom 14. bis zum 17. Jahrhundert reichte.3

In den ursprünglichen griechischen Horoskop-Papyri, antiken, auf Papyrus verfassten Dokumenten, wurde die Sonne als Kreis mit einem alten Glyphenzeichen für Strahlkraft dargestellt, während der Mond als Sichel erschien.3

Die Schriftzeichen für Merkur, Venus, Jupiter und Saturn lassen sich bis in spätklassische griechische Papyri zurückverfolgen.3 Das Symbol für Merkur ist eine stilisierte Version des Caduceus, eines geflügelten Stabs mit zwei verschlungenen Schlangen, der traditionell dem Gott Merkur zugeordnet wird.3

Eine lebendige Tradition, kein festes Urteil

Bei all dieser Geschichte geht es nicht darum zu beweisen, dass der Himmel über dein Leben bestimmt. Es ist schlicht das lange Zeugnis davon, wie Menschen über Jahrhunderte hinweg aus Planeten Charaktere gemacht haben, über die es sich nachzudenken lohnt.1,4

Vielleicht entdeckst du ein bisschen von der ruhelosen Neugier der Zwillinge in dir selbst.7 Nimm es als Einladung zur Selbstreflexion, nicht als Regelwerk.

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